Benutzungsordnung für das Rechenzentrum

Benutzungsordnung für das Rechenzentrum

Aufgrund des Art. 6 in Verbindung mit Art. 32 Abs. 3 des Bayerischen Hochschulgesetzes erlässt der Senat der Universität Passau im Benehmen mit der Leitung des Rechenzentrums folgende Ordnung:

§ 1: Stellung und Aufgaben des Rechenzentrums

  1. Das Rechenzentrum ist eine zentrale Einrichtung der Universität Passau; es ist in seinem Aufgabengebiet ein Dienstleistungsbetrieb für die Universitätsmitglieder, für die Fakultäten, Institute und Einrichtungen der Universität.
  2. Es ist Aufgabe des Rechenzentrums, für eine EDV- und Kommunikations-Infrastruktur nach dem Stand der Technik und einen möglichst störungsfreien Betriebsablauf zu sorgen. Dies geschieht u.a. durch:

    • Bereitstellung von Rechenkapazität auf zentralen und dezentralen Rechnern
    • Bereitstellung eines Kommunikationsnetzes und von Informationsdiensten
    • Beratung bei der aktuellen Benutzung der Rechner und der Netzdienste der Universität Passau
    • Beratung bei Beschaffungen und bei der Planung des EDV-Einsatzes in Projekten
    • Koordinierung der EDV- und Kommunikations-Angelegenheiten der Universität
    • Unterweisung und Ausbildung von Universitätsmitgliedern in der Anwendung der EDV und der Kommunikations-Dienste

  3. Die genannte EDV- und Kommunikations-Infrastruktur steht den Nutzungsberechtigten (§ 4 Abs. 1) zur Erfüllung ihrer in Art.2 des Bayerischen Hochschulgesetzes beschriebenen Aufgaben zur Verfügung, insbesondere für Forschung, Lehre, Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, Aus- und Weiterbildung, Öffentlichkeitsarbeit und Verwaltung.

§ 2: Rechte und Pflichten des Rechenzentrums

  1. Das Rechenzentrum ist verpflichtet, die Nutzer bei einer verantwortungsvollen und wirtschaftlichen Nutzung der EDV- und Kommunikations-Infrastruktur zu unterstützen und an der Aufdeckung von Missbrauch mitzuwirken.
  2. Das Rechenzentrum ist unter Beachtung der Datenschutzgesetze berechtigt und verpflichtet,

    • die Aktivitäten der Benutzer zu dokumentieren und auszuwerten, soweit dies für die Abrechnung, zur Planung, zur Überwachung des Betriebes oder zur Verfolgung von Fehlern und Missbrauch erforderlich erscheint,
    • stichprobenweise zu prüfen, dass die Anlagen nicht missbräuchlich genutzt werden,
    • Einblick in die Daten eines Benutzers zu nehmen, wenn erhebliche Verdachtsmomente auf eine missbräuchliche Benutzung der Ressourcen hindeuten und dies gesetzlich zulässig ist.

Dabei gewonnene Informationen sind vertraulich zu behandeln.

§ 3: Kosten

Die Benutzung der Einrichtungen und Dienstleistungen des Rechenzentrums ist kostenfrei, soweit nicht nach besonderen Regelungen, die das Rechenzentrum im Einvernehmen mit der Hochschulleitung trifft, Nutzungsentgelte zu erheben sind.

§ 4: Benutzungsberechtigung

  1. In nachstehender Reihenfolge sind zur Nutzung der Einrichtungen und Dienstleistungen des Rechenzentrums auf Antrag berechtigt:

    • Mitglieder der Universität Passau im Rahmen ihrer Dienstaufgaben oder ihres Studiums
    • Mitglieder anderer Hochschulen des Freistaates Bayern

      • aufgrund von Vereinbarungen mit der Universität oder
      • auf Weisung des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht, Kultus, Wissenschaft und Kunst.

    • Mitglieder von Hochschulen außerhalb des Freistaates Bayern

      • aufgrund von Vereinbarungen mit der Universität oder
      • auf Weisung des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht, Kultus, Wissenschaft und Kunst.

  2. Sonstige (hochschulfremde) natürliche oder juristische Personen sind grundsätzlich nicht nutzungsberechtigt; über Ausnahmen entscheidet die Hochschulleitung.

§ 5: Zulassung und Zulassungsverfahren

  1. Der Antrag auf Benutzung der Anlagen des Rechenzentrums ist an das Rechenzentrum zu richten; Anträge Externer (§ 4 Abs. 2) werden mit einer Stellungnahme an die Hochschulleitung weitergeleitet.
  2. Über die Anträge von Nutzern im Sinne von § 4 Abs. 1 entscheidet das Rechenzentrum. Die Zulassung wird für maximal ein Jahr erteilt und kann bei Bedarf verlängert werden.
  3. Die Zulassung kann versagt, beschränkt oder widerrufen werden, wenn

    • kein ordnungsgemäßer Antrag vorliegt;
    • die Angaben im Antrag nicht oder nicht mehr zutreffen;
    • die Voraussetzungen für eine ordnungsgemäße Benutzung der Anlagen nicht oder nicht mehr gegeben sind;
    • Verstöße gegen die Benutzungsordnung oder ergänzende Regelungen vorliegen (Missbrauch);
    • strafbare Handlungen bei der Benutzung zu befürchten sind;
    • ein ggf. festgesetztes Nutzungsentgelt nicht entrichtet wurde;
    • Auslastungs- und Kapazitätsprobleme dies erforderlich machen;
    • dies mit Rücksicht auf die Zweckbestimmung der betreffenden Anlagen notwendig ist.

§ 6: Benutzungsbedingungen

Der Antragsteller und alle am Vorhaben Beteiligten verpflichten sich:

  • Einrichtungen und Dienstleistungen des Rechenzentrums nur im Rahmen ihrer Dienstaufgaben oder im Rahmen ihres Studiums zu benutzen; die Nutzung zu kommerziellen Zwecken ist ausdrücklich untersagt.
  • Diese Benutzungsordnung und weitere Regelungen für einen ordnungsgemäßen Betrieb der Einrichtungen des Rechenzentrums einzuhalten, sowie den zur Aufrechterhaltung eines geordneten Betriebes ergehenden Anordnungen der Rechenzentrumsleitung Folge zu leisten.
  • Die Rechenerlaubnis nur im Rahmen des angegebenen Vorhabens in Anspruch zu nehmen.
  • Keine Kopien der vom Rechenzentrum bereitgestellten Software anzufertigen.
  • Vom Rechenzentrum bereitgestellte Daten und Software einschließlich Dokumentation nicht an Dritte weiterzugeben.
  • Bei der Verarbeitung personenbezogener Daten die Bestimmungen des Bayerischen Datenschutzgesetzes bzw. des Bundesdatenschutzgesetzes zu beachten, insbesondere die betreffenden Dateien zur Eintragung in das Datenschutzregister zu melden. Die Meldung ist an den Datenschutzbeauftragten der Universität Passau zu erstatten. Bei der Bearbeitung schutzwürdiger Daten ist eine rechtzeitige Abstimmung mit dem Rechenzentrum erforderlich. Für die Einhaltung der einschlägigen Bestimmungen ist der Benutzer selbst verantwortlich.
  • Die Benutzung anderer als der zugeteilten Benutzerkennung zu unterlassen und die zugeteilte Benutzerkennung vor Missbrauch und Verwendung durch Dritte zu schützen, insbesondere Passwörter nicht weiterzugeben.
  • Wurden wesentliche Leistungen des Rechenzentrums für wissenschaftliche Veröffentlichungen in Anspruch genommen, so sollte dies an geeigneter Stelle in der Arbeit vermerkt werden. Dem Rechenzentrum ist ein kostenloser Sonderdruck zu überlassen.
  • Der Antragsteller verpflichtet sich, dem Rechenzentrum auf Anforderung einen kurzen Bericht über den Stand des Projektes zu geben, den das Rechenzentrum in Tätigkeitsberichte übernehmen kann.

§ 7: Ausschluss von der Benutzung

  1. Benutzer, die wiederholt oder grob gegen ihre Pflichten verstoßen oder die Einrichtungen oder Dienstleistungen des Rechenzentrums missbrauchen, können von der Benutzung ausgeschlossen werden. Die Entscheidung trifft nach vorheriger Anhörung des Betroffenen der Leiter des Rechenzentrums.
  2. Die Verletzung von Urheberrechten oder Lizenzvereinbarungen kann darüber hinaus straf- und zivilrechtliche Folgen und Schadensersatzforderungen nach sich ziehen.

§ 8: Haftung

  1. Das Rechenzentrum übernimmt keine Gewähr für die zur Verfügung gestellte Hard- und Software und haftet nicht für Schäden und falsche Ergebnisse, die aufgrund technischer Störungen sowie fehlerhafter Geräte und Programme entstehen. Im übrigen wird jede weitere Haftung auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit beschränkt.
  2. Der Benutzer verpflichtet sich, die Bediensteten des Rechenzentrums und den Freistaat Bayern von Schadenersatzansprüchen freizustellen, die Dritten infolge einer unbefugten Benutzung von Geräten, Software, Daten oder Einrichtungen des Rechenzentrums zustehen.

§ 9: Inkrafttreten

  1. Diese Ordnung tritt am Tage nach ihrer Bekanntmachung in Kraft.
  2. Das Rechenzentrum wird ermächtigt, im Benehmen mit der Hochschulleitung ergänzende Hinweise und Richtlinien zu dieser Benutzungsordnung zu erlassen.

Tag der Bekanntmachung: 20. Februar 1997.